Spektakulärer Goldmünzen-Diebstahl noch immer nicht aufgeklärt

Im Frühling des Jahres 2017 wurde die Goldmünze Big Maple Leaf aus dem Bode-Museum in Berlin entwendet. Das 100 Kilo schwere Diebesgut in der Größe eines Wagenrades ist angeblich von vier jungen Männern zwischen 20 und 24 Jahren gestohlen worden. Das große Problem des Staatanwalts: Das Beweisstück Nummer eins, die Münze selbst, gilt weiterhin als verschollen. Möglich ist, dass die Täter sie in kleine Einzelteile zerlegt und so verkauft haben.

Die Münze ist übrigens die zweitgrößte der Welt. Mit ihren 100 Kilogramm, den 53 cm Durchmesser und einem Wert von circa 4 Millionen Dollar ist nur Red Kangaroo (Gewicht 1000 kg, 80 cm Durchmesser, Wert von 40 Millionen Euro) bedeutender. Auf Platz 3 folgt dann Big Phil mit einem Gewicht von 31,103 kg, einem Durchmesser von 37 cm und einem Wert von 1,3 Millionen Euro.

Geschichte der Big Maple Leaf

2007 wurden sechs Münzen mit Namen Big Maple Leaf geprägt. Jede von ihnen wiegt 100 Kilogramm und hat einen Nennwert von 1 Million kanadischer Dollar. Gestaltet sind sie mit dem Bildnis von Königin Elisabeth II. auf der einen und dem charakteristischen kanadischen Ahornblatt auf der anderen Seite.

Schon 2008 hatte jede Münze einen Sammlerwert von zwei Millionen Euro. Eine der Münzen ist nach wie vor in der kanadischen Prägeanstalt, der Royal Canadian Mint. Eine weitere befindet sich im spanischen Edelmetall-Handelshaus Oro Direct. Die dritte ist bei Königin Elisabeth II. und zwei weitere sind in die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft worden. Die sechste Münze, die sich bis zu ihrem Diebstahl in 2017 im Privatbesitz befand, war seit 2010 als Leihgabe im Bode-Museum in Berlin ausgestellt worden.

Aufklärung gestaltet sich schwierig

Es gibt Verdächtige und ein unübersehbares Tatmotiv. Drei von ihnen gehören der Familie Remmo an, die mit ihrem Clan zu einer der berüchtigtsten und mächtigsten arabischen Großfamilien in Berlin gehört.

Interessant ist vor allem die Rolle des 20-jährigen Wachmanns, der ebenfalls angeklagt ist. Dieser soll das Museum ausgekundschaftet und sein Wissen an die Clanmitglieder weitergegeben haben. Der Anwalt des Wachmanns bringt jedoch einen anderen Wachmann in den Fokus, der durch sein von der Routine abweichendes Verhalten den Diebstahl erst ermöglicht habe. Außerdem weise das Verhalten seines Mandanten nicht darauf hin, dass er plötzlich zu viel Geld gekommen sei.

Obwohl bei Hausdurchsuchungen viel Bargeld, Recherchen zur Durchführung der Tat und zum aktuellen Goldpreis gefunden werden konnten und die Kleidungsstücke des Tattages mit Goldpartikeln bestückt waren, die denselben Reinheitsgrad wie die verschwundene Münze aufwiesen, sind alle vier Beschuldigten auf freiem Fuß.