Ungewöhnlicher Schatzfund unter leerem Theater

GoldmünzenIn Como in der Nähe von Mailand haben Arbeiter Hunderte Münzen unter dem Fundament eines alten Theaters gefunden. Die Goldmünzen sollen aus der Spätantike stammen – einer Zeit, in der Westrom kurz vor dem Untergang stand.

Das historische Cressoni-Theater in Como stammt aus dem 19.Jahrhundert und wurde zunächst als Opernbühne genutzt. Nachdem der Bühnenerfolg ausblieb, entschied man sich dazu, es als Kino umzubauen. Schließlich blieben auch dann die Besucher aus und so stand das Gebäude seit dem Jahr 1997 leer. Während der Abrissarbeiten entdeckten Bauarbeiter dann den spektakulären Fund. Unter dem Fundament des alten Theaters verbarg sich ein Krug aus Speckstein, der einen Riss aufwies und seinen Inhalt offenbarte. Die zerbrochene Stelle ermöglichte den Arbeitern einen ungewöhnlichen Einblick. In dem alten Gefäß befanden sich mehr als 300 Goldmünzen in tadellosem Zustand. „Sie waren einst in Rollen gestapelt, ähnlich, wie man es heute von Kleingeldrollen kennt“, sagte die Numismatikerin Maria Grazia Facchinetti auf einer Pressekonferenz. Vermutlich blieben die Münzen gerade deshalb in diesem guten Zustand.

Archäologen schätzen, dass alle Fundstücke aus dem 5.Jahrhundert stammen. Zu dieser Zeit blickte das Weströmische Reich seinem Untergang entgegen. Die Prägungen zeigen beispielsweise die verschiedenen römischen Kaiser, unter Anderem Flavius Honorius, Valentinian III, Leon I und Libius Severus, der von 461 bis 465 nach Christus weströmischer Kaiser war.

Instabile politische Verhältnisse in Westrom

Da sich neben den Münzen auch ein Goldbarren befand, gehen Experten davon aus, dass es sich um ein Bankschließfach gehandelt haben könnte. Wer den Krug mit dem wertvollen Inhalt allerdings im Erdboden versteckte, ist unklar. Ein möglicher Grund für das Verstecken der Goldmünzen könnte die Angst des Besitzers, aufgrund der instabilen Verhältnisse durch das Regime unter Flavius Recimer ab 456 nach Christus, gewesen sein. Der Heermeister Italiens konnte nach Belieben Kaiser krönen und wieder absetzen. Zudem gingen plündernde Germanen regelmäßig durch das Land. Zahlreiche Bewohner verließen daraufhin die Stadt und suchten Zuflucht im Süden. Somit lässt sich vermuten, dass der rechtmäßige Besitzer der Kostbarkeiten nicht mehr in der Lage war, diese abzuholen.

Seit dem Fund wird das Gold in einem Restaurierungslabor des Mailänder Ministeriums genauer untersucht. Über den heutigen Wert spekulieren Experten ununterbrochen. Da es bisher keinen gleichwertigen Fund dieser Qualität gibt, kann ein Wert sehr schlecht ermittelt werden. Bisher wird ungefähr über eine Summe von mehreren Millionen gesprochen.